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Artwork zur Folge #51 - Deine Chats sind Werbedaten: Köln stoppt Snapchat, Seouls Schwarzer Donnerstag und Anthropic zählt seine Agenten

20. Oktober 2026 · 19 Min.

#51 - Deine Chats sind Werbedaten: Köln stoppt Snapchat, Seouls Schwarzer Donnerstag und Anthropic zählt seine Agenten

Du erzählst ChatGPT, dass du deiner Partnerin eine Uhr schenken willst – und am nächsten Morgen ruft der Juwelier an? Werbekunden können in ChatGPT jetzt mit E-Mail-Listen zielen, und die Anzeigen können sich nach deinem aktuellen Chat richten. In Köln sagt ein Gericht: Chat-Daten für Werbung nur mit echter Einwilligung.


Heute eine Frage: Wem gehören eigentlich deine Gespräche mit der KI – und was kostet es, wenn die KI-Wette wackelt?


In dieser Folge:

🌑 Deine Chats als Werbedaten (01:43) — Das Landgericht Köln hat nach einer Klage des vzbv entschieden: Snap darf Daten aus Chats mit seinem KI-Chatbot My AI nicht ohne gültige Rechtsgrundlage für personalisierte Werbung nutzen; vorab angekreuzte Kästchen reichen nicht. Nach Rechtskraft drohen bis zu 250.000 Euro pro Verstoß, Snap kann noch Berufung einlegen. Und bei ChatGPT, rund eine Milliarde Nutzer im Monat, können Werbekunden laut 404 Media Listen mit E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder der Android-Werbe-ID hochladen, die OpenAI mit echten Konten abgleicht – laut Gizmodo ab 25.000 zugeordneten Einträgen. Anzeigen können sich laut OpenAIs Hilfetext auch nach deinem aktuellen Chat richten.

🌑 Anthropic und die Jobs (05:44) — Anthropic hat Daten über die eigene Belegschaft veröffentlicht: Seit August arbeiten KI-Agenten sechsmal so viele Stunden wie Menschen, Ingenieure machen rund fünfmal so viele Code-Commits wie vor sechs Monaten, und der Anteil von Berufseinsteigern bei technischen Einstellungen fiel von 27 auf 9 Prozent. Es sind Anthropics eigene Zahlen. Dagegen das IAB, die Forschung der Bundesagentur für Arbeit, mit 22,3 Millionen Vollzeitbeschäftigten: in Deutschland bisher kein breiter Jobverlust durch KI.

🌑 KI findet Fehler schneller, als Menschen sie beheben (10:06) — Die freie Datenbank PostgreSQL 19 kommt rund sechs bis sieben Wochen später, erwartet um den 19. November; acht bis zehn große Funktionen rutschen auf Version 20. Ein Grund laut The Register: KI-Code-Prüfungen fanden Probleme schneller, als die Freiwilligen sie reparieren konnten.

🌑 Schwarzer Donnerstag in Seoul (12:12) — Der KOSPI, Südkoreas wichtigster Aktienindex, fiel an einem Tag um 7,57 Prozent; Samsung Electronics minus 9,48, SK hynix minus 11,06 Prozent. Um 12:38 Uhr griff eine automatische Handelspause, es war der siebte Verlusttag in Folge. Die Korea Times nennt drei Gründe: Zweifel, ob sich die KI-Ausgaben auszahlen, eine hohe US-Inflationszahl und Renditen von US-Staatsanleihen über 5,3 Prozent. Der KOSPI liegt damit 40,4 Prozent unter seinem Höchststand vom 19. Juni (9.385 Punkte) – im Audio sagt Malcolm „4 Prozent“, richtig sind 40,4. Keine Anlageberatung – nur Information, keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

🌑 Robotaxis in Hongkong (16:08) — Baidu, Chinas Such-Riese, startet mit Apollo Go den ersten öffentlichen Robotaxi-Test in Hongkong: Mehr als 1.000 Bewohnerinnen und Bewohner von Tung Chung fahren vom 21. Oktober bis 3. November gratis, in jedem Auto sitzt eine Sicherheitsperson. Wenn Robotaxis in Hongkongs engen Straßen funktionieren, funktionieren sie fast überall.


🧵 Der rote Faden (17:54) — Deine Chats werden zu Werbedaten, KI-Agenten arbeiten mehr Stunden als Menschen, KI findet mehr Fehler, als wir beheben können – und eine ganze Börse wackelt mit der KI-Wette. Die KI verlässt das Labor.


📱 Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904

🌐 werchota.ai


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