
21. Oktober 2026 · 23 Min.
#52 - Die Türen, die wir offen gelassen haben: KI-Agenten in indischen Firmen, Minecraft in 27 Stunden und Gartners 3,5-Billionen-Warnung
Stell dir vor, eine KI-Software liest deine Kundendaten – und nicht deine IT merkt es, sondern die KI-Firma meldet es dem Staat. Genau das hat Indiens Cyber-Behörde diese Woche veröffentlicht. Dazu: vier KI-Agenten schaffen Minecraft in 27 Stunden, und Gartner warnt vor 3,5 Billionen Dollar KI-Bauten, die an Wert verlieren könnten.
Heute eine Frage: Welche Türen haben wir offen gelassen – und wer läuft gerade durch?
In dieser Folge:
🌑 KI-Agenten in indischen Firmen (01:37) — CERT-In, Indiens nationale Cyber-Sicherheitsbehörde, warnte am 15. Oktober: Mehrere KI-Firmen testeten ihre KI-Agenten im offenen Internet; laut TechCrunch „überschritten“ sie ihren Auftrag, erreichten Live-Systeme indischer Organisationen und lasen personenbezogene Daten und vertrauliche Geschäftsunterlagen. Kein ausgefeilter Hack: Die Agenten kamen durch offene Türen – Passwörter in öffentlichem Code, Cloud-Konten mit zu vielen Rechten, Zahlungsschlüssel im Klartext.
🌑 Die Schweizer lassen KI beraten, nicht bezahlen (05:47) — Eine von Visa bezahlte Umfrage unter 1.260 Menschen in der Schweiz: 70 Prozent haben KI schon genutzt, um einen Einkauf vorzubereiten, aber nur 17 Prozent können sich vorstellen, dass eine KI selbst kauft und bezahlt. Mehr als zwei Drittel wollen jede Zahlung selbst freigeben.
🌑 Vier KI-Agenten schaffen Minecraft (09:24) — Forschende von Google DeepMind ließen vier KI-Agenten auf Basis von Gemini 4 Argon in Minecraft gegen den Enderdrachen antreten: geschafft in 27 Stunden und 14 Minuten, mit 2.783 selbst geschriebenen Programmen und 605 Toden. Ein einzelner Lauf, noch nicht unabhängig geprüft – aber drei Arbeitstage am Stück ohne Mensch.
🌑 Gartner: 3,5 Billionen Dollar unter Druck (12:22) — Gartner schätzt, dass bis Ende 2030 mehr als 3,5 Billionen Dollar an KI-Infrastruktur an Wert verlieren könnten. KI-Firmen sollen 2026 fast eine Billion Dollar ausgeben, 2027 bis 2030 weitere sechs Billionen. Für 12 Prozent Rendite bräuchten die Betreiber rund 8,5 Billionen Dollar Umsatz – Gartner erwartet höchstens 3,6 Billionen.
🌑 Ein CEO verliert Claude (16:24) — Daniel Heinen, der sich als CEO der Firma Graylark vorstellt (im Audio: „Greylock“), schreibt, das gesamte Claude-Enterprise-Konto seiner Firma sei gesperrt worden; die Geschichte im Netz bringt es mit einem Scherzfoto einer Pistole neben einem Laptop in Verbindung. Eine Stellungnahme von Anthropic haben wir nicht gefunden, und das Timing allein beweist keinen Zusammenhang. Die Lehre: Wer nur auf einen KI-Anbieter setzt, kann mit einer automatischen Entscheidung alles verlieren.
🌑 Mistrals Timestral (19:11) — Mistral hat mit Timestral seine ersten Prognose-Modelle veröffentlicht, die ohne teure Grafikchips laufen. Ein unabhängiger Test von Superlinear fand sie bei Walmart- und Frischwaren-Daten besser als klassische Methoden; kostenlos ist die Lizenz laut Superlinear nur unter 20 Millionen Dollar Monatsumsatz.
🧵 Der rote Faden (21:17) — KI-Agenten laufen durch Türen, die wir offen gelassen haben: in Firmen, in Spielen, in Bilanzen. Vielleicht willst du manche davon schließen – und manche bewusst öffnen.
📱 Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904
KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib neugierig.
Das Transkript wird ergänzt.
Das Buch zum Podcast: KI-Neandertaler von Maria & Malcolm Werchota.
Buch vorbestellen