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Artwork zur Folge #48 - Erst KI-Steuer, dann doch nicht: Wildberger, Chinas Chip-Schreck und eine Polizei-KI, die deine Wohnung findet

15. Oktober 2026 · 29 Min.

#48 - Erst KI-Steuer, dann doch nicht: Wildberger, Chinas Chip-Schreck und eine Polizei-KI, die deine Wohnung findet

Morgens sagt der deutsche Digitalminister: Wir müssen KI besteuern. Abends: Ich rede nicht über neue Steuern. Und in China reicht eine Ankündigung über einen Speicherchip, den es noch gar nicht in Serie gibt, damit Koreas Chip-Riesen an einem Vormittag fünf bis sechs Prozent verlieren.


Heute geht es um eine Frage: Wie kann ein Plan mehr Geld bewegen als ein Produkt – und wer prüft das eigentlich? Aufgenommen mit tiefer Erkältungsstimme.


In dieser Folge:

🌑 Wildbergers KI-Steuer – an und aus an einem Tag (02:18) — Karsten Wildberger (CDU), in der Bundesregierung für Digitales zuständig, sagt laut dpa: „Den extrem hohen Umsatz mit dieser Technologie müssen wir besteuern, und mit dem Geld können wir den Umbau finanzieren.“ Gemeint sind Umschulungen und neue Jobs. Noch nie hat ein deutsches Regierungsmitglied eine Steuer auf KI-Umsätze ins Spiel gebracht. Am selben Tag sagt er bei RTL und ntv: „Ich will Wachstum durch KI und rede nicht über neue Steuern.“ Malcolms Meinung: Die Frage, wer die Umschulung bezahlt, ist richtig – aber eine Idee am Morgen und ein Rückzieher am Abend schaffen kein Vertrauen.

🌑 CXMT erschüttert den Speicher-Handel (07:20) — CXMT (ChangXin Memory Technologies), Chinas größter DRAM-Hersteller, meldet Fortschritte bei einem dichteren Speicher-Design: laut Branchenschätzungen 30 bis 50 Prozent mehr Speicher auf gleicher Fläche, Server-Speicher bis Ende 2026. Laut Seoul Economic Daily fallen am Dienstagvormittag Samsung fast 5 und SK hynix fast 6 Prozent, Micron in den USA fast 4 Prozent. Dabei gibt es den Chip noch nicht in Serie – Ausbeute, Leistung und Kundenfreigaben sind unbestätigt.

🌑 Huawei gegen Nvidia – die erste unabhängige Zählung (11:36) — Huaweis Chairman behauptet, Huaweis KI-Chips verkaufen sich in China besser als Nvidias. Die erste unabhängige Zählung von IDC für das erste Halbjahr 2026, berichtet von Reuters, sagt: noch nicht. Nvidia führt bei KI-Chips für Rechenzentren mit 34 Prozent, Huawei hat 28. Aber Nvidias Lieferungen sind um 44 Prozent gefallen, Huawei hat fast verdoppelt. Die US-Exportverbote haben die chinesischen Kunden gelehrt, ohne Nvidia auszukommen.

🌑 IWF – KI hält eine vom Krieg getroffene Welt im Wachstum (13:47) — der IWF erwartet für 2026 3,1 Prozent Weltwachstum, im Juli waren es 3,0. Den Grund nennen Xinhua und Fortune: Der KI-Bauboom gleicht den Energieschock aus dem Krieg im Nahen Osten aus. Nur noch 32 Länder machen 95 Prozent des Weltwachstums aus, im April waren es 54 – vor allem Länder in der KI-Hardware-Lieferkette wie Südkorea und Taiwan. Der Euroraum wächst nur um 1,1 Prozent. IWF-Chefin Kristalina Georgieva warnt vor einem langsamen Tsunami für die Jobs.

🌑 Scaleways AMD-Supercomputer in Schweden (19:12) — der französische Cloud-Anbieter Scaleway baut in Schweden einen KI-Supercomputer, laut Reuters Europas ersten kommerziellen mit Chips von AMD statt Nvidia, betrieben mit CO₂-armem Strom. Eine gute Nachricht: Europa versucht, eigene KI-Computer zu besitzen, statt amerikanische zu mieten.

🌑 Polizei-KI findet deine Wohnung auf einem Foto (21:16) — laut 404 Media findet Raven von Graylark Technologies aus einem einzigen Wohnungsfoto die Adresse – ohne Fensterblick und ohne GPS-Daten, nur über Schränke, Fliesen, Armaturen und Geräte, abgeglichen mit Bildern von Airbnb und Zillow. Die Polizei in Los Angeles und Miami-Dade hat Zugang gekauft; große Durchbrüche gab es laut Miami-Dade bisher keine. Und als fast jeder das Werkzeug nutzen konnte, fragten Leute im Chat nach Hilfe beim Stalken. Jedes Foto aus deiner Wohnung ist jetzt eine mögliche Adresse.


🧵 Der rote Faden (27:04) — eine Steuer, die am selben Tag kommt und geht, ein Chip, der nur angekündigt ist und trotzdem Milliarden bewegt, und eine Weltwirtschaft, die an KI hängt. Die Prüfer kommen – aber die Antworten fehlen noch.


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